Einst Besitz des Bistums Freising in Bayern

Weingeschichte – Kultur – Poesie in der Ebenböck – Villa in München – Pasing

Eine Vortragsreise durch die europäischen Weinregionen rund um München mit Weinverkostung von Andreas Otto Weber.

Auftakt: 8. November 2012 mit dem Thema: Die Weinkultur der Wachau und Bayerns Klöster im Mittelalter.

München und der Wein

Die alte Bierstadt München war von Beginn an auch mit dem Wein verbunden. Auf der Westseite des Marienplatzes fand der Weinmarkt statt, die davon ausgehende Weinstraße folgt der Richtung der parallel zur Isar verlaufenden Handelsstraße von Tirol über München nach Norden. Da Oberbayern, bis auf wenige, relativ unlukrative Einzelweinberge, immer ein Weinmangelgebiet war, traf man auf dem Münchner Weinmarkt neben Wein aus Südtirol und Oberitalien auch Wein aus Österreich, Württemberg, der Pfalz, vom Rhein, aus Franken und aus dem Bayerweingebiet um Regensburg an. Heute ist München einer der wichtigsten Märkte für Wein in Deutschland geworden. Die Herkunftsgebiete haben sich auf die ganze Weinwelt ausgedehnt, doch noch heute ist das Interesse an Weinen aus den traditionell mit München verbundenen Weinregionen in Italien, Österreich, der Pfalz und Franken sehr groß.

 Vortrag zur Weingeschichte der wachau

Vortragsreihe mit Weinverkostung in der Ebenböck-Villa

In einer Vortragsreihe mit Bildpräsentation, Weinverkostung aus dem Vineasten-Programm und stimmungsvoller poetischer Ergänzung sollen die früher und heute für München bedeutenden Weinregionen in ihrer historischen und önologischen Dimension vorgestellt werden. Passender Rahmen für die besonderen Abende ist das Ebenböck-Haus in München-Pasing, eine Einrichtung des Kulturreferats München, verwaltet von der Pasinger Fabrik. Die eleganten Räume der Villa und der dazugehörige Park sind seit zwei Jahren ein Ort von außergewöhnlichen Kulturveranstaltungen unter dem Kuratorium von Thomas Linsmayer.

Die bayerischen Klöster als Förderer der Wachauer Weinkultur 

Den Auftakt zur Vortragsreihe machte am 8. November 2012 ein Blick in die lange Geschichte der Beziehungen der bayerischen Klösterzur Wachau in Niederösterreich.

Kaum jemand, der heute durch die stimmungsvollen Weindörfer der Wachau reist, weiß, dass ein Großteil dieser Orte von der Zeit Karls des Großen an im Besitz bayerischer Klöster und Bischofskirchen standen. Nachdem Karl der Große 795 das Awarenreich besiegt hatte, stand der große Raum östlich der Enns zur Reorganisation und auch zur Aufsiedlung bereit. Von Anfang an spielten die karolingischen Reichsklöster und Reichsbistümer dabei eine herausragende Rolle. Sie sollten das Land für die Karolinger neu entwickeln.

Besonders in der Wachau ist dies bis heute erfahrbar: Von Melk an bis vor die Tore von Krems steckten die bayerischen Klöster und Hochstifte das Land am Donauufer regelrecht ab, errichteten neue Siedlungen oder erneuerten bereits bestehende Orte. Dabei stand eines ganz klar im Vordergrund: der Weinbau. Im Lauf der Jahrhunderte kamen neue Grundherren hinzu. Das Bild wurde facettenreicher, der Adel fasste ebenso Fuß wie kleinere Klöster, nun auch „Einheimische“. Mit Krems entstand eine regelrechte Weinstadt, in der das Bürgertum eine wichtige Rolle im Weinbau spielte.

 Weinreben am Loibenberg in Unterloiben in der Wachau

Als konkretes Beispiel diente das Kloster Tegernsee. Es war seit dem frühen Mittelalter der Grundherr von Unterloiben bei Dürnstein. Einen detailreichen Einblick in die mittelalterliche Organisation des klösterlichen Weinbaus ermöglicht eine Wein- und Reiserechnung von 1447 des Abtes Kaspar Ayndorffer (1426-1461). Sie zeigt wie aufwandreich, aber doch finanziell lohnend der Weinbau in der Wachau und der Weintransport von Loiben nach Tegernsee im Mittelalter war.

Geschichte, Theorie und Praxis: Wachauer Weine von jungen Spitzenwinzern

Ein junges Weingut in der Wachau

Der Vortrag wurde abgerundet durch Bilder und eine kleine Vineasten-Weinverkostung von Weinen aus der Wachau: Zwei Weine von Heinz und Adrienne Sigl aus Rossatz machten den Anfang: Der frische, würzig-mineralische Grüne Veltliner Steinfeder 2011 und der tiefgründige, geschmeidig-saftige Grüne Veltliner Federspiel 2011 aus der Lage Kirnberg. Ein Wein von gekonnter Stilistik mit einer deutlichen Mineralik und perfekt abgestimmter Säure-Fruchtbalance. Am Ende des Vortrags wurde dann ein Riesling Federspiel Burgberg 2011von Anton Nothnagl aus Spitz degustiert, der mit seiner floralen und eleganten Aromatik begeisterte und zahlreiche Besucher des Abends noch zum Bleiben und Genießen animierte.

Ein aufstrebendes Weingut in Spitz

 

Nächster Termin: 17. Januar 2013, 19:30:

Südsteiermark: Ein „junges“ Weinbaugebiet mit spannender Geschichte und engen Beziehungen zu Bayern

 Die Weinlage Knily von Daniel Jaunegg

Veranstaltungsort: Ebenböckhaus, Ebenböckstr. 11, 5 Gehminuten vom Bhf. Pasing

Eine Veranstaltungsreihe der Pasinger Fabrik GmbH

Eintritt: 10 €

Karten über die Kasse der Pasinger Fabrik GmbH, Tel. 829290-79

www.pasinger-fabrik.com

Kontakt: t.linsmayer@pasinger-fabrik.com

 

Die nächsten Termine:

21. Februar, 19:30 Uhr

14. März, 19:30 Uhr

 

Datum: 09.11.2012
Kommentare: 2

Kommentare: 2

  1. Cornelia Ehrl sagt:

    Liebe Vineasten,
    sehr spannend und interessant zu lesen dass München einer der wichtigsten Märkte für Wein in Deutschland ist! Bin schon gespannt auf neue Beiträge!

  2. Annett Pohl sagt:

    Die Reiseserie in München zu starten und so die bayerische Hauptstadt als Weinhandelszentrum in den Blickwinkel zu stellen, finde ich eine tolle Idee. Ich bin gespannt welche Städte die nächsten Reiseziele sein werden.

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