Häcker in der Frühen Neuzeit

Neuerscheinung: Die Geschichte des fränkischen Weinbaus. Von den Anfängen bis 1800

Franken ist das erste deutsche Weinbaugebiet, für das eine moderne, auf wissenschaftlicher Basis erarbeitete Darstellung zur Geschichte des Weinbaus vor 1800 erschienen ist. Herausgeber: Andreas Otto Weber und Jesko Graf zu Dohna

Hat Karl der Große den Weinbau nach Franken gebracht oder gab es ihn hier gar schon zur Römerzeit? Wie hat sich der Weinbau in Franken im Mittelalter ausgebreitet, wo waren seine wichtigsten Zentren? Welche Rolle spielten die Klöster für den fränkischen Weinbau? Wie wurde der Frankenwein im Mittelalter und in jüngerer Zeit erzeugt, wer trank ihn und und in welchen Mengen wurde er konsumiert? Wer sich bisher für derartige Fragen interessierte, suchte vergeblich nach einem Buch, das sich ausführlich und auf wissenschaftlicher Grundlage mit der Geschichte des fränkischen Weinbaus beschäftigte. 

Geschichte des fränkischen Weinbaus

In Franken entwickelte sich in den letzten Jahrzehnten eine große Blüte im Weinbau, im Weintourismus und in der Weingastronomie. Angesichts der großen Bedeutung des Frankenweins für das Image Frankens ist es höchste Zeit, das Thema Weinbau mit all seinen Nebenaspekten wie Weinhandel, Weinkonsum und Kulturlandschaft erstmals auch historisch fundiert zu erforschen und darzustellen.

Die Herausgeber des Buches sind Andreas Otto Weber, Privatdozent am Lehrstuhl für Bayerische und Fränkische Landesgeschichte der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und Jesko Graf zu Dohna, der Leiter des Fürstlich Castell’schen Archivs in Castell und Lehrbeauftragter am selben Lehrstuhl. 

Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, die vorhandenen Erkenntnisse zur Geschichte des fränkischen Weinbaus im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit zu bündeln und zu vertiefen. Dazu brachten sie 2005 die wichtigsten Kenner der vielen Aspekte der historischen Weinkultur Frankens zu einer Fachtagung in Castell zusammen, um gemeinsam die Grundlagen für dieses Buch zu schaffen.

 Ausgehend von den Anfängen des Weinbaus in Franken und dem mittelalterlichen Weinhandel werden in sechs Kapiteln die wichtigsten Themen dargestellt: die Weinstädte Würzburg, Kitzingen und Iphofen, das Mainviereck, die Weinwirtschaft der fränkischen Klöster, die Bewirtschaftung der Weinberge im Wandel, die historische Weinbereitung (Önologie) und der Weinkonsum sowie das architektonische und volkskundliche Erbe der fränkischen Weinkultur. Eine Besonderheit des Buches stellen kommentierte Einblicke in Originalquellen zur Weingeschichte aus dem Fürstlich-Castell’schen Archiv in Castell dar, die hier erstmals gedruckt an die Öffentlichkeit gebracht werden können. Natürlich wird auch vorgestellt, wie Frankens heute wichtigste Rebsorte, der Silvaner, hier heimisch wurde.

Entstanden ist so  ein auf wissenschaftlicher Grundlage erarbeitetes Standardwerk zur Geschichte des Weinbaus in Franken von seinen frühmittelalterlichen Anfängen bis in die Zeit der beginnenden Industrialisierung um 1800.  Als Autoren konnten sie die besten Kenner der historischen Weinkultur Frankens gewinnen. Franken ist damit das erste deutsche Weinbaugebiet, für das ein derartiges Buch auf den Markt kommt.

Erschienen ist das Buch im Münchner Volk Verlag. Sie können es hier bestellen. 

Inhalt: 

 
Erster Teil: Die Anfänge von Weinbau und Weinhandel in Franken

 

Andreas Otto Weber: Die Anfänge der fränkischen Weinkultur –von der Karolingerzeit bis zur Jahrtausendwende

Rolf Sprandel, Handel und Absatz des mainfränkischen, speziell des Würzburger Weines im Spätmittelalter

 
Zweiter Teil: Zentren und Landschaften der fränkischen Weinwirtschaft

 

Wilhelm Otto Keller, Weinbau und Weinhandel am Mainviereck im

Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit

Peter Süß, Die Weinstadt Würzburg und ihre Weinbauinstitutionen

Klaus Arnold, Weinbau, Weinhandel und Weingesetzgebung in Kitzingen im Mittelalter

Josef Endres, „Seyen fuhrleuth von Saltzberg mit schlidten in das land zu Francken nach wein gefahren.“ Zur Geschichte des

Weinbaus in Iphofen

 
Dritter Teil: Klösterliche Weinwirtschaft

 

Franziskus Büll, Die Bedeutung des Weinbaus für die Benediktinerabtei Münsterschwarzach

Wolfgang Wüst, Wein, der sich rechnete …: Ein liquides Zahlungsmittel süddeutscher Klöster und Stifte

 
Vierter Teil: Die Bewirtschaftung der Weinberge Frankens im Wandel 

 

Annett Haberlah-Pohl: Das Randersackerer Lehenbuch der Grafen zu Castell von 1565 

Alexander Estel: Die Rüdenhausener Weingartsordnung aus dem Jahr 1600 

Jesko Graf zu Dohna, Wie der Silvaner nach Franken kam

Ute Feuerbach, Der mainfränkische Weinbau in der grundherrlich verfassten Agrarwirtschaft des 18. Jahrhunderts 

 
Fünfter Teil: Oenologie und Weinkonsum

 

Thomas Horling, Zur Weinbereitung in Franken vor 1800 

Gerhard Fouquet, „zu erquickung“ – Weinkonsum in Nürnberger Privathaushalten des Spätmittelalters

Marina Heller, Das Weinverzeichnis von 1567 – Einblicke in den Weinkeller der Plassenburg im 16. Jahrhundert

 

Sechster Teil: Architektur und Winzerkult

 

Herbert May, Gibt es eine Weinbauarchitektur in Franken in Mittelalter und Früher Neuzeit?

Michael Prosser-Schell, Schutzpatronat und Brauchformen der Winzer am Sankt-Urban-Tag. Phänomene des Mittelalters und der

Frühen Neuzeit mit einem Ausblick auf die Gegenwart in Franken

 

 

Datum: 23.11.2012
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